Berufsanfänger suchen kann teuer werden

LAG Düsseldorf, 13 Sa 1198/13

Manchmal erwischt es auch Anwälte.

 

Eine größere Kanzlei suchte einen neuen Kollegen und schaltete hierzu eine Zeitungsanzeige, u.a. mit diesem Text:

 

“Suchen Sie nach einer realen Chance auf eine Partnerschaft in einer renommierten Anwaltskanzlei? Wir bieten eine spannende Alternative zu internationalen Großkanzleien, sowohl in beruflicher, wirtschaftlicher als auch persönlicher Hinsicht. Sie sind Berufseinsteiger oder haben bereits ein bis zwei Jahre als Rechtsanwalt in einer wirtschaftlich ausgerichteten Kanzlei gearbeitet”.

 

Auf diese Stelle bewarb sich ein 60-jähriger promovierter Rechtsanwalt. Er erhielt eine Absage. Dadurch fühlte er sich diskriminiert und forderte eine Entschädigung i.H.v. 10.000 EUR.

 

Das LAG Düsseldorf bestätigte in der Berufungsverhandlung im Janaur 2014, dass die Stellenanzeige altersdiskriminierend ist. Gleichwohl gab es für den Bewerber kein Geld. Das LAG hielt sein Entschädigungsverlangen nämlich für rechtsmissbräuchlich, da es erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Bewerbung hatte.

 

Ein Urteil musste das LAG nicht sprechen. Es wurde ein Vergleich geschlossen: Die Kanzlei spendet einer gemeinnützigen Einrichtung einen Betrag von 2.000 EUR.