Scheidung: Wer bekommt den Hund?

OLG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 20.02.2013, 15 UF 143/12

Tiere sind im Zivilrecht zwar keine Sachen, werden aber als solche behandelt (§ 90a BGB). Das OLG Hamm hatte sich bereits mit der Frage befasst, ob ein Ehepartner ein Umgangsrecht mit dem beim anderen Ehegatten lebenden Hund haben kann und dies verneint.

Nun hatte das OLG Schleswig-Holstein zu entscheiden, wo die Hunde der geschiedenen Eheleute bleiben. Die sich streitenden geschiedenen Eheleute haben drei Hunde. Einen der Hunde verlangte der Ehemann; die anderen zwei sollten bei seiner Ex-Frau verbleiben. Die Ex-Frau hingegen bestand darauf, dass alle Hunde weiter bei ihr leben.

Das OLG gab - wie auch schon die Vorinstanz - dem Mann Recht. Da die Hunde “zur Gestaltung des Zusammenlebens der Eheleute” gehören, stellen diese “Hausrat” dar. Dieser gemeinsame Hausrat ist “nach Billigkeit” zu verteilen (§ 1568b BGB). Dabei entspicht es aus Sicht des OLG der Billigkeit, den vom Mann begehrten Hund an ihn zu überlassen und zu übereignen. Zur Verteilung standen dabei nur zwei der drei Hunde, da ein Hund im Alleineigentum der Frau steht und ihnen nur zwei gemeinsam gehören. Das Gericht begründete seine Auswahl letztlich damit, dass der andere zur Verteilung stehende Hunde krank ist und der Ehemann diesem Hund angesichts seiner kleinen Wohnung nicht den Freiraum bieten kann, den die geschiedene Ehefrau auf dem großen ehelichen Grundstück zur Verfügung stellen kann.