Facebook: "Ab zum Arzt und dann Koffer packen"

ArbG Düsseldorf, 7 Ca 2591/11

Man muss im Internet aufpassen. So kann ein Eintrag auf Facebook, Google+ etc. schnell zu einer Kündigung führen. Dies zeigt der aktuell vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf anhängige Rechtsstreit.

 

Was war passiert? Eine Auszubildende des Friseur-Handwerks hatte sich im Betrieb arbeitsunfähig gemeldet. Auf Facebook schrieb sie aber "Ab zum Arzt und dann Koffer packen". Dann entschwandt nach Mallorca. Weiteren Facebook-Einträgen ist zu entnehmen, dass sie sich während ihrer Arbeitsunfähigkeit auch tätowieren ließ und eine Discothek besuchte. Ihr Ausbilder erfuhr davon und kündigte ihr fristlos. Er hält die Arbeitsunfähigkeit für vorgetäuscht. Die klagende Auszubildende bestreitet dies. Ihre Reise nach Mallorca sei mit dem Arzt abgestimmt und für den Heilungsverlauf günstig gewesen.

 

Das Gericht wird - sofern sich die Parteien nicht vergleichen - u.a. darüber zu entscheiden haben, ob der Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung infolge des Verhaltens der Auszubildenden erschüttert ist. Sofern die Arbeitsunfähigkeit aus Sicht des Gerichts tatsächlich vorgetäuscht war, wird die fristlose Kündigung als wirksam zu betrachten sein.