Diskriminierung: Freuen Sie sich doch auf Ihr Kind!

LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28.06.2011, 3 Sa 917/11

Der Arbeitgeber besetzte eine Führungsposition mit einem Mann. Beworben hatte sich auch eine Schwangere, die bereits als Abteilungsleiterin unter dieser Position in dem Unternehmen arbeitete. Sie fühlte sich diskriminiert und klagte daher gegen den Arbeitgeber auf die Zahlung einer Entschädigung in Höhe von rund 17.000 EUR.

Der Rechtsstreit ging bereits einmal durch die Instanzen. Das BAG (Urteil vom 27.01.2011, 8 AZR 483/09) hatte das Urteil des LAG, mit dem die Klage abgewiesen wurde, aufgehoben. Nun hatte sich das LAG erneut mit der Sache zu befassen und gab der Klage statt.

Nach der Würdigung aller Umstände spreche aus Sicht des LAG eine Vermutung dafür, dass die Klägerin wegen ihrer Schwangerschaft nicht befördert worden ist. Zum einen habe die Arbeitgeberseite geäußert, die Klägerin solle sich doch auf ihr Kind freuen. Zum anderen seien der Klägerin, deren Bewerbung zuvor Chancen eingeräumt worden waren, keine konkreten Gründe für die Beförderung des Kollegen genannt worden.

Diese Vermutung habe der Arbeitgeber nicht widerlegt.