Krankmeldung nach Streit mit Arbeitgeber

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 08.09.2009, 1 Sa 230/09

Der Beweiswert einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird nicht dadurch erschüttert, dass die Krankmeldung auf einen Streit mit dem Arbeitgeber folgte.

 

Der Arbeitgeber hatte seiner Arbeitnehmerin wegen vorgetäuschter Arbeitsunfähigkeit fristlos gekündigt. Vorausgegangen war ein Streitgespräch, dessen Fortsetzung die Arbeitnehmerin mit dem Hinweis verweigerte, ihr sei schlecht und sie gehe jetzt zum Arzt. Die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung legte sie dem Arbeitgeber vor. Dieser hielt die Arbeitsunfähigkeit für vorgetäuscht.

 

Das LAG bestätigte, dass die Kündigung unwirksam ist. Die Arbeitnehmerin hat ihre Arbeitsunfähigkeit mittels der Bescheinigung nachgewiesen. Der Arbeitgeber vermochte diesen Beweiswert der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht zu erschüttern. Dass die Arbeitnehmerin bis zu dem Gespräch arbeitsfähig war, löst keine begründeten Zweifel an der Richtigkeit der ärztlichen Bescheinigung aus. Es sei durchaus möglich, so das LAG, dass gerade der Streit die Ursache für eine zur Arbeitsunfähigkeit führenden Erkrankung gewesen ist.