Arbeitnehmer muss nach gewonnener Kündigungsschutzklage nicht automatisch wieder arbeiten

LAG Berlin-Brandenburg 05.11.2009, 26 Sa 1840/09

Eine Arbeitnehmerin hatte erfolgreich gegen die Kündigung ihres Arbeitgebers geklagt und war im Anschluss daran zunächst arbeitsunfähig erkrankt. Sie informierte ihren Arbeitgeber, dass sie zum 1.10.2008 wieder gesund sei und um 7.00 Uhr an ihrem Arbeitsplatz erscheinen werde. Sie verspätete sich aber um einige Stunden und erhielt dafür eine Abmahnung.

 

Das LAG bestätigt, dass die Abmahnung unwirksam ist. Die Arbeitnehmerin habe dadurch, dass sie die Arbeit nicht um 7:00 Uhr aufnahm, keine Vertragspflicht verletzt. Ohne eine konkrete Aufforderung des Arbeitgebers sei sie überhaupt nicht zur Arbeitsaufnahme verpflichtet gewesen.

 

Die Besonderheit des Falls lag darin, dass der Arbeitgeber im vorhergehenden Kündigungsschutzprozess zwar erklärt hatte, die Arbeitnehmerin habe wieder bei ihm arbeiten, wenn sie den Prozess gewinne. Diese Erklärung des Arbeitgebers stellt aus Sicht des LAG aber keine ausreichende Aufforderung dar, da er damals an seiner Kündigung festgehalten hat. Dass die Arbeitnehmerin selbst ihre Arbeitsleistung angeboten hat, ändere daran nichts.