Diskriminierung wegen Frage nach Krankheiten im Vorstellungsgespräch

BAG, Urteil vom 17.12.2009, 8 AZR 670/08

Die Frage eines Arbeitgebers im Vorstellungsgespräch nach bestimmten gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann einen Entschädigungsanspruch des Bewerbers zur Folge haben.

 

Im Fall wurde der Bewerber gefragt, ob er psychiatrisch oder psychotherapeutisch behandelt werde. Zudem wurde er aufgefordert zu unterschreiben, dass dies nicht der Fall sei. Weiter hatte der Arbeitgeber ihm erklärt, dass einige Anzeichen bei ihm auf Morbus Bechterew, einer chronisch verlaufenden  Erkrankung, deuteten.

 

Das LAG München hatte die Entschädigungsklage des Bewerbers abgewiesen. Die Fragen des Arbeitgebers hätten sich nicht auf eine Behinderung, sondern "nur" auf eine Krankheit bezogen. Dem ist das BAG nicht gefolgt und hat die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das LAG zurückverwiesen.